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Jakob Michael von Verschuer |
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Komponist, angehender Eurythmist und Autor |
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Ich wurde am 4. 9. 1987 in Elmarshausen (Gemeinde Wolfhagen, in der Nähe von Kassel) in einer kleinen Mietswohnung in einem Schloss geboren. Mein Vater beendete zu dieser Zeit gerade seine Ausbildung zum Waldorflehrer während sich meine Mutter um mich und meine beiden älteren Geschwister Felix (*1983) und Tabea (*1985) kümmerte. Kurz vor Vollendung meines 5. Lebensjahres zogen wir nach Kremperheide (in unmittelbarer Nähe zu Itzehoe) als Obermieter auf einem Bauernhof. In Itzehoe kam ich zunächst in den Waldorfkindergarten und zwei Jahre später in die Waldorfschule, an der mein Vater unterrichtete. 1997 kauften wir uns ein eigenes Haus in Heiligenstedtenerkamp (einem Nachbarort von Kremperheide). Mit acht Jahren habe ich mit dem Geige spielen und mit zwölf mit dem Klavier spielen angefangen . Später hat die Bratsche dann die Geige mehr und mehr verdrängt. Meine ersten Kompositionsversuche habe ich im Alter von sieben geschrieben. Regelmäßig komponiere ich aber erst seit 1999 und ab meinem 14. Geburtstag habe ich Kompositionsunterricht. Mein Lehrer in Itzehoe war der Dirigent und Komponist Christian Gayed. Im Sommer 2002 verabschiedeten wir uns als Familie vom Landleben und zogen in die nächste Großstadt nach Hamburg um, wo meine Mutter eine Eurythmie-Ausbildung machte. Bis zum Sommer 2006 war dort Thilo Jaques mein Kompositionslehrer. In Hamburg wurden immer wieder Werke von mir zu verschiedenen Anlässen wie Gesangsabenden, Lesungen, Ausstellungseröffnungen oder Rundfunksendungen aufgeführt. Auch als Dirigent konnte ich bereits Erfahrungen sammeln. Ich habe seit meinem 14. Lebensjahr jeden Sommer die Chance ein Kammerorchester, bestehend aus Freunden und Angehörigen der Familie von Verschuer zu dirigieren. Mit dem Ende des Schuljahres 2005/2006 habe ich meine Schullaufbahn abgebrochen und bin gegen die Empfehlung der Schule ohne Abitur abgegangen um mich endlich ganz der Kunst zu zuwenden. Von Herbst 2006 an studierte ich an der Alanus Hochschule in Alfter (bei Bonn) Eurythmie. Dort lernte ich meine Lebensgefährtin Christina M. Kon und meinen Sohn Lionel kennen. Gemeinsam verließen wir im Sommer 2008 Alfter und die Alanus Hochschule und zogen nach Berlin um. Dort setze ich mein Studium an der Schule für Eurythmische Art und Kunst fort. Neben dem Eurythmie-Studium arbeite ich auch weiterhin an meiner Kompositionsausbidung. Seit Frühling 2007 nehme ich Unterricht bei Michael Denhoff in Bonn, nun von Berlin aus.
Ich entstamme einer hessischen Adelsfamilie und trage den heute mehr oder weniger bedeutungslosen Titel eines Freiherrn. Der Stammbau der Familie von Verschuer reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Ursprünglich kommt meine Familie aus den Niederlanden, ist aber bereits seit mehren Jahrhunderten in Hessen ansässig und verwaltet dort heute als Familien-Vermögensgemeinschaft einige Ländereien und Herrenhäuser. Der Name von Verschuer ist in den letzten Jahrzehnten besonders häufig im Zusammenhang mit dem umstrittene Arzt und Zwillingsforscher Otmar von Verschuer, meinem Urgroßvater, in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten. (Um mehr dazu zu erfahren klicken sie bitte auf seinen Namen.) Mein Großvater Helmut von Verschuer arbeitete im Bereich Agrarwirtschaft in der Europäischen Gemeinschaft (heute Europäische Union) und ist ein leidenschaftlicher Hobbygeiger, der als Jugendlicher auch Kompositionsunterricht u.a. bei Kurt Hessenberg hatte. Auch mein Vater Sebastian von Verschuer schlug zunächst eine Musikerlaufbahn ein, wandte sich aber nach einem frühen Cellostudium am Conservatoire royale de Bruxelles der Antroposophie zu und studierte, nach einer biologisch-dynamischen Landwirtschaftslehre, Physik und Mathematik um dann als Lehrer an einer Waldorfschule zu wirken. Dies tat er zehn Jahre an der Freien Waldorfschule Itzehoe und tut es heute noch in Hamburg an der Rudolf Steiner Schule Wandsbek/Farmsen.
Mütterlicherseits gehören zwei holländischen Maler, Jan Zoetelief-Tromp und Johannes Blommers und der Freund und wissenschaftliche Partner Albert Einsteins, der Astronom Willem de Sitter zu meinem Vorfahren. In den weiten Verzweigungen meines mütterlichen Stammbaums sind auch der surinamesische Gouverneur Solco Walle Tromp und der holländisch-indonesische Seeräuber Jacobus van de Wiel (19. Jahrhundert) zu finden. Von den deutschen Vorfahren der mütterlichen Seite sei der Schriftsteller und Vertreter der Gut-Templer-Bewegung Franziskus Hähnel genannt. Meine Großmutter und mein Großvater mütterlicherseits sind beide Gärtner. Meine Mutter selber wandte sich zunächst der Malerei zu und hat hier trotz mehrerer Schaffenspausen einen eigenständigen Weg gefunden. Nachdem wir Kinder fast selbstständig waren fand sie dann den Weg zur Eurythmie und absolvierte das vierjährige Studium in Hamburg.
Künstlerisches
Schaffen / Forschungsarbeit
Mein künstlerisches Schaffen umfasst zwei Schwerpunkte. Der eine ist die Musik
bzw. das Komponieren, der andere die Bewegungskunst bzw. Eurythmie. In meinen
Kompositionen versuche ich an die Musik des 20. Jahrhunderts anzuknüpfen und
dabei das ursprünglich Musikalische für mich neu zu greifen. Meine Stücke
befinden sich im sogenannten freitonalen Raum zwischen Atonalität und
Tonalität und entwickeln sich häufig aus der Ausdrucksstärke der Intervalle.
Mein bisheriges Schaffen zeigt dabei eine Konzentration auf kleine Formen. In
meiner kompositorischen Arbeit bin ich stets auch durch die praktische Eurythmie
und die eurythmische Forschung befruchtet. Hier hat sich für mich die
Auseinandersetzung mit dem Zeitprozess, als einem entscheidenden
Element der Musik, wie der Bewegungskunst, als ein zentrales Thema
herausgestellt, wo für mich die künstlerische Praxis und meine Forschungs- und
journalistische Arbeit in einander greifen. Im ständigen Austausch mit meiner
kompositorischen und eurythmischen Tätigkeit entstehen meine Artikel und
Abhandlungen, welche wiederum die künstlerische Arbeit neu beflügeln. Meine
Texte sind Ergebnisse künstlerisch durchdrungener Forschungsprozesse und so als
zweite Seite der selben Medaille mit meiner künstlerischen Arbeit zu sehen.
Neben der Musik bin ich seit einiger Zeit auch auf dem Gebiet der Politik engagiert. Ich sehe die derzeitigen gesellschaftlichen Probleme ganz besonders im Kontext mit einem Verteilungsproblem des gesellschaftlichen Reichtums. Ich denke die Wurzel der Probleme ist die kapitalistische Gesellschaftsordnung. Auf der Suche nach Alternativen finde ich wichtige Ansätze in Karl Marx´ kommunistischer Gesellschaftsidee, Rudolf Steiners sozialer Dreigliederung und Silvio Gesells Ideen für ein zinsloses Geld. Ich sehe in einer grundlegenden Demokratisierung der Gesellschaft den Weg zu einer sozial gerechten Gesellschaft. Dabei spielt für mich auch das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffs, wie ihn Joseph Beuys entwickelte, eine besondere Rolle. Im Sommer 2005 wurde ich Mitglied der Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit (WASG) und habe im Rahmen der Parteiarbeit an vielen Veranstaltung besonders auch im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2005 teilgenommen. Von Januar bis Juli 2006 war ich Mitglied im Bezirksvorstand der WASG Hamburg-Wandsbek. Außerdem habe ich die Gründung der Linksabbieger Hamburg, einer linken, WASGnahen Jugendgruppe in Hamburg, initiiert und die Aktivitäten der Gruppierung bis September 2006 koordiniert. Des weiteren arbeitete ich als Vertreter der WASG im Bündnis zur Erhaltung und Stärkung des Volksentscheids in Hamburg mit und setze mich als Mitglied des Netzwerks Grundeinkommen für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein. In Bonn habe ich eine regionale Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen mitbegründet. Mit der Fusion der Linkspartei.PDS und der WASG zur neuen Partei DIE LINKE wurde ich Mitglied dieser Partei. In der Programmatik dieser Partei finde ich zwar nur teilweise meinen politischen Ansatz wieder, doch ich unterstützte zunächst als Mitglied dennoch diese Organisation, weil sie den Impuls des gesellschaftlichen Protests gegen den Neoliberalismus mit all seinen verheerenden Folgen, welcher mit der Gründung der WASG parteilich organisiert wurde, aufgreift und weiterführt. Da die Auseinandersetzung mit der Eurythmie zunehmend meine Kräfte in Anspruch nahm fasste ich in Bonn nicht mehr richtig Fuß in der LINKEN, die mir als Partei zunehmend fremder wurde, so dass ich nach einiger Zeit als Karteileiche aus der Partei ausschied.